Die Handlungen
Die sieben Todsünden
Das Mädchen Anna stammt aus Louisiana. Ihrer Familie soll es gut gehen. Um den Traum vom eigenen Haus am Mississippi zu verwirklichen, will sie als Tänzerin Geld verdienen. Zu diesem Zweck zieht sie in sieben Stationen durch die großen Städte der USA (Washington, Memphis, Los Angeles, Philadelphia, Boston, Baltimore und San Francisco). Anna ist schizophren. Sie bildet sich ein, in einer Person doppelt zu leben. Die Attribute einer Person sind auf zwei Darsteller verteilt. Die Aufspaltung in die singende Anna I, die das Geschehen kommentiert, und die tanzende Anna II, die sich durchs Leben schlägt, funktioniert äußerst erfolgreich. Obwohl die doppelzüngige Anna sich selbst davor warnt, die Sünden der Kleinbürger zu begehen, lassen sich Schande und Sünde weder auseinanderhalten, noch vermeiden.
Sieben Jahre zieht die Doppelexistenz Anna durch das Land. Sie muss Stück Die Handlung für Stück alle ihre Ideale und Träume aufgeben. Die Tänzerin Anna entwickelt sich zu einer Filmkünstlerin, die alle Männer, denen sie begegnet, verschmäht, betrügt oder zum Selbstmord treibt. In jeder Station erfährt sie in beißender Satire auf die Todsünden der mittelalterlichen Theologie eine neue "Todsünde" (1. Szene: Faulheit; 2. Szene: Stolz; 3. Szene: Zorn; 4. Szene: Völlerei; 5. Szene: Unzucht; 6. Szene: Habsucht; 7. Szene: Neid). Die Verfehlungen der im Grunde großzügigen Natur der Tänzerin Anna erweisen sich vom Prinzip her als nicht einmal schwerwiegend, sie unterliegt aber der praktisch und logisch-berechnenden Art der Sängerin Anna. Nach bitteren Erfahrungen in der Begegnung mit den "Todsünden", hat Anna genug Geld für das Haus zusammen. Sie kehrt in das stille und "spießige" Leben im Kreis der Familie in Louisiana zurück.

