Credo (2008/2009)

Bild zum Stück

Credo

Spielleitung: Johannes Beissel
mit den Mitgliedern des Theater Jugend Clubs Fürth
C. hat seinen Glauben verloren. Vielleicht hat er auch nie einen gehabt. C. ist ein junger Mann, der gerade die Schule beendet hat und dem viele Wege offen zu stehen scheinen.
Ein Teil von C. ist ein verängstigtes, unfreies und isoliertes Kind geblieben - dieser Teil der Persönlichkeit von C. wird von einem eigenen Darsteller gespielt. C. will nicht mehr mitspielen im "Spiel des Lebens", das ihm immer absurder, abgeschmackter und perverser erscheint. Er nimmt eine Abschiedsbotschaft vor der Video-Kamera auf. Dabei erinnert er sich: An seine Familie, an seine "Freunde", an die immer gleichen Rituale zu Weihnachten und an seine vergeblichen Versuche, sich selbst zu spüren.
In Rückblenden werden seine Erinnerungen auf der Bühne gegenwärtig, ergänzt und gebrochen durch chorische Elemente, Bewegungssequenzen und Lieder.
Die jungen Darstellerinnen und Darsteller des Theater Jugend Clubs werfen in "Credo" einen Blick auf die fiktive Biografie eine jungen Menschen in der emotionalen Eiszeit.
Woran glauben junge Menschen heute? Trägt dieser Glaube und gibt er Halt oder ist alles überall und von jedem zu jeder Zeit verhandelbar und schließlich austauschbar und beliebig geworden?
Eine Phase im Leben von C. verspricht eine Alternative zur Hoffnungslosigkeit seines Alltags, ein Leben, das ihm lebenswert und fröhlich erscheint: Eine Zeit lang ist er Teil einer Gruppe von Menschen, die sich treffen, um ?gaga? zu spielen - im kleinen Kreis, aber auch in der Öffentlichkeit. Die Gründe der einzelnen jungen Menschen "gaga" zu spielen, sind sehr unterschiedlich und ein wichtiger Teil der Inszenierung.
C. verliebt sich in ein Mädchen aus der Gruppe, die seine Liebe erwidert. Aber die Gaga-Auftritte der Gruppe werden immer geschmackloser und entgrenzter. Die Gruppe begibt sich in einen Strudel, der keine Tabus mehr zulässt. Schließlich überschreitet die Gruppe bei einer Aktion, von der C. nichts weiß, bei der er aber zufällig anwesend ist, eine Grenze, die ihm heilig ist: Ein Ort, der für C. eine wichtige Oase im Alltag ist, wird vor seinen Augen von der Gruppe entweiht.
C. verlässt die Gruppe, verlässt auch die Freundin und landet vor der Video-Kamera - der Kreis schließt sich.

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