1911 vom russischen Impresario Sergej Diaghilev in Auftrag gegeben und von Igor Strawinsky vertont, basiert das Ballett Petrushka auf einem Libretto von Alexandre Benois, der auch für die Ausstattung verantwortlich zeichnete, in Zusammenarbeit mit Strawinsky und dem Choreographen Mikhail Fokine.
Puppen treffen auf Menschen, phantastische Bilder stehen realistisch inspirierten Szenen gegenüber, Tragik setzt sich gegen Komik durch, Chaos gegen Ordnung.
Petrushka spielt vor dem Hintergrund der bunten Jahrmarktwelt.
Erzählt wird die Geschichte dreier Puppen, die auf geheimnisvolle Weise zum Leben erwachen: Petrushka, von menschlichen Leiden-schaften durchdrungen, verliebt sich in die schöne Ballerina. Doch seine Liebe bleibt unerwidert und führt schließlich zu einem tragischen Ende. Die beiden unterschiedlichen Welten in Petrushka, das Jahrmarktleben mit dem Personal der dörflichen Gemeinschaft und die künstliche Welt des Puppentheaters bieten die ideale Ausgangssituation für die Begegnung von klassisch geprägtem Ballet (wenn auch in seiner zeitgenössischen Ausrichtung) und Streetdance.
Die Figuren des Puppentheaters (Petrushka, Ballerina, Mohr) werden von Break-Dancern gestaltet. Damit erhalten die Protagonisten eine Bewegungssprache, die ihre Fremdheit und Anderssein unterstreicht. Gleichzeitig erhält die tragische Geschichte und fast menschliche Tragödie der Puppen eine sehr intensive und authentische Ausdruckskraft. Denn auch wenn Streetdance heute die Theater erobert, so bleibt sein Ursprung doch die Straße und ist Ausdruck von Verzweiflung und Aufbegehren, Mittel zur Unterdrückung Schwächerer und Ventil für die Gedemütigten.
Und hier trifft der Tanzstil "Streetdance" genau das Thema von "Petrushka". Das Gegen- und Miteinander, das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Ästhetiken und Stile machen den Reiz der Produktion aus. Mit den Ausdrucksmitteln einer jungen urbanen Kultur wird eine traditionelle Bühnenform, verfremdet, bereichert und ergänzt.
Durch Theaterzauber und Verkleidung wird die magische Welt des Puppentheaters bewusst erhalten und wieder hergestellt. Die klassischen Theater -und Bühnenmittel werden eingesetzt und mit den Mitteln einer neuen Alltags- und modernen Großstadtkultur verbunden.
Strawinskys Komposition ist musikalische Basis für Love Hurts …Petrushka. Dieses Werk wird ungekürzt gespielt, untermalt, ergänzt und kommentiert mit Elementen des Hip Hop, Techno und neuem musikalischen Formen und Ausdrucksweisen.

